Dann wollte ich das Quilten lernen

Da ich nach den Kissenhüllen und dem Ball endlich eine Decke für einer meiner Töchter nähen wollte, ich aber immer noch nicht das Gefühl hatte, das ich genug über Quilttechniken weiß, habe ich nach Kursen gesucht. Also habe ich mich an meinen Computer gesetzt und in meiner näheren Umgebung danach gesucht. Nähkurse habe ich einige gefunden, auch einen vielversprechenden Kurs über Patchworkarbeiten gab es im Angebot. Dann wurden noch offene Kurse angeboten. Dort kann jeder Interessierte hinkommen, bekommt Anleitungen und Hilfe je nach Wissens- und Könnenstand, aber so hatte ich mir einen Kurs nicht vorgestellt. Ich dachte, dass ich für ein paar Übungsstunden bezahle. Dort sind alle etwa mit gleichem Wissen oder auch Nichtwissen zusammen und bekommen von einer hoffentlich genug erfahrenen Quilterin erklärt, welches Rüstzeug gebraucht wird, wie angefangen wird und welche Techniken es gibt. Sicher gibt es solche Kurse, ich aber habe keinen entdeckt. Da ich auch noch eine Familie habe, auf die ich Rücksicht nehmen muss, sind einige Wochentage und Uhrzeiten sowieso problematisch.

Ich habe nach einer Alternative gesucht und tatsächlich aufgestöbert. Auf der Website www.Craftsy.com (eine amerikanische Internetplattform) gibt es zu vielen verschiedenen Themen Kurse in englischer Sprache zu kaufen. Da habe ich auch für mich passende Lehrstunden gefunden. Die Dozentin hat genau erklärt, was ich alles brauchen würde und wie Quilten funktioniert. Außerdem meinte sie, dass es ungefähr 20 bis 24 Stunden reine Übungszeit an der Nähmaschine dauert, bis ein ansehbares Ergebnis herauskommt.

Mit neuem Mut habe ich nun eingekauft: Quiltlineal (hat sich später als zu kurz erwiesen), Rollschneider, wasserlöslichen Textilstift, Quiltnadeln für die Nähmaschine, Quiltschablonen, die ich für die Decke meiner Tochter benutzen wollte, Quiltstecknadeln (sind länger als normale Stecknadeln und haben einen größeren Kopf), einen Obertransportfuß und einen Freihand-Quiltfuß (zu den beiden ist später mehr unter Tipps und Hinweisen zu finden). Dann habe ich noch ein großes Vlies bestellt. Das habe ich sowieso für den späteren Quilt gebraucht. Stoffreste hatte ich noch.

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Ach ja, die Handschuhe habe ich vergessen! Zum Anfang habe ich meine alten Reithandschuhe benutzt. Später habe ich mir spezielle Quilthandschuhe besorgt.Bestimmt fragen sich einige, warum Handschuhe beim Quilten nötig sind. Wenn der Stoff unter den Fingern weggleitet und das Ergebnis furchtbar aussieht, dann ist das schnell erklärt.

Und dann habe ich das Freihandquilten geübt! Zum Anfang sah alles noch entmutigend aus, die Abstände zwischen den Einstichen waren ungleichmäßig, die Linien nicht gerade, die Fadenspannung war nicht zu regulieren, weil ich entweder zu schnell oder zu langsam gearbeitet und immer mehr Druck ausgeübt habe. Aber nach wenigen Stunden und verkrampften Schultern kamen die ersten zufriedenstellenden Ergebnisse heraus. Mein Rat: Gebt bloß nicht schnell auf, sondern lasst Euch Zeit beim Üben!

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